Umfrage zur Gesundheitswirtschaft

„Die Brandenburgerinnen und Brandenburger sind insgesamt mit dem Gesundheitswesen sehr zufrieden. Allerdings ist die Facharztversorgung seit Jahren unverändert unzureichend.“

Ergebnisse der dritten Befragung zur Gesundheitswirtschaft in Brandenburg an der Havel durch den Verein „Gesund in Brandenburg an der Havel e.V. “ (Zahlen in Klammern jeweils Ergebnisse 2009)

Zum dritten Mal fand von Mitte März bis Mitte Mai 2012 in der Stadt die Umfrage zur Gesundheitswirtschaft statt. Während sich 2007 nur 258 Bürgerinnen und Bürger beteiligten und 2009 dann 1.066 Fragebögen abgegeben wurden, nahmen diesmal 1.004 teil; somit 1,4% der Bevölkerung.
Aus der Stadt selbst nahmen 764 und aus dem Umland 240 Bürgerinnen und Bürger teil. Die meisten Teilnehmenden waren über 59 Jahre alt und mit einem Anteil von 72% haben sich die Frauen aktiver an der Befragung beteiligt. Übrigens waren 95% der Teilnehmer gesetzlich versichert.

Über 50% der privat und über 40% der gesetzlich Versicherten fordern den Ausbau der Behandlungsbereiche. Wie seit 2007 und 2009 werden vor allem vermisst: Augenheilkunde, Orthopädie und Dermatologie.
Vor dem Hintergrund der oben dargestellten Repräsentativität ist die Aussage von 43,6% (53%) der Teilnehmer, es gebe einen Ausbaubedarf der Behandlungsbereiche in Brandenburg an der Havel, besonders wichtig. Diese Meinung vertraten diesmal allerdings deutlich weniger, als noch vor drei Jahren. Auf die Frage, welche Bereiche ausgebaut werden müssten, ist der Ruf nach mehr Augenärzten, Dermatologen und Orthopäden und unüberhörbar. Von allen 1.004 Teilnehmenden haben sogar 126 handschriftlich eingetragen, dass es mehr Augenärzte geben müsse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit 2009 ist die Beurteilung der medizinischen Behandlung insgesamt deutlich besser geworden.
Die medizinische Versorgung der Stadt insgesamt wird deutlich besser als vor drei Jahren gesehen! So bezeichnen aktuell 42,2% (29,5%)  die medizinische Versorgung als sehr gut bis gut und weitere 30,1% (32,4%) als ausreichend. Nur 18,9% (26,4%) als nicht ausreichend.

Die medizinische Notfallversorgung in Brandenburg an der Havel wird ebenfalls besser mit 41,5% (38%) als sehr gut bis gut eingestuft, und die Zusammenarbeit der Ärzte mit den Kliniken wird mit 45,9% (35,5%) ebenfalls als gut bis sehr gut wahrgenommen. Auch diese Einschätzung ist deutlich positiver als bei der Befragung vor drei Jahren.

Es fühlen sich 79,7% in ihrer ambulanten Praxis gut und sehr gut betreut und 65,7% beurteilen die medizinische Versorgung in den Kliniken als gut und sehr gut.
Die Teilnehmenden beurteilen ihre persönliche Betreuung in den Arztpraxen zu 79,7% als sehr gut und gut. Die Betreuung in den Kliniken wurde von 301 Teilnehmern gar nicht beurteilt, da diese vermutlich damit keine Erfahrung haben. Von den restlichen 703 Teilnehmenden haben 65,7% die Behandlung in einer Klinik als sehr gut und gut gewertet.


 

 

 

 

 

 

Bei der Arztwahl der gesetzlich Versicherter ist die Überweisung maßgeblich (53%), bei den privat Versicherten ist die Empfehlung von Freunden und Bekannten von großer Bedeutung (48%). Wie kommen die Patienten zu ihrem Arzt? An der Spitze steht die Überweisungen durch den Hausarzt 53% (48%). Allerdings suchen die Patienten auch - nämlich 27% (32%) - die Ärzte auf Grund von Empfehlungen durch Personen ihres Vertrauens auf. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gesundheitszentrum ist allen Teilnehmern bekannt. Das noch neue Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof kennen nahezu alle Teilnehmenden und bereits 46% haben dort auch bereits eine medizinische Behandlung in Anspruch genommen. Dies ist ein schöner Erfolg dieser neuen Institution. Bei den beiden letzten Befragungen wurde gefragt, ob eine örtlich zentrale oder dezentrale medizinische Versorgung bevorzugt würde. In 2009 hatten sich 63,3% und 2007 sogar 64% aller Teilnehmenden für eine zentrale Versorgung ausgesprochen. Nun ist wird das Angebot auch entsprechend angenommen. 

 

 

 

Gibt es Unterschiede zwischen Privatversicherten und Kassenpatienten? Insgesamt haben nur 52 Privatversicherte an der Befragung teilgenommen. Von den 952 gesetzlich Versicherten spüren nur 29% aller Teilnehmenden einen Unterschied. Von diesen 276 Teilnehmenden sehen allerdings kaum Unterschiede in der medizinischen Behandlung (9%) allenfalls bei den Terminvergaben: 42% (49,7%) und bei den Wartezeiten: 49% (40,1%). 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wartezeit auf einen Arzttermin ist insbesondere bei Fachärzten sehr lang.
Die Wartezeiten sind sowohl bei der Terminvergabe als auch in der Arztpraxis ein Thema für die Patienten. Während beim Hausarzt rund 79,2% (71,3%) einen Termin innerhalb von zwei Wochen bekommen, sind es nur 26,9% (19%) der Patienten, die innerhalb von zwei Wochen einen Termin beim Facharzt erhalten, 34,6% (42,9%) müssen beim Facharzt länger als einen Monat warten. Hierzu beklagen manche Teilnehmenden, dass sie zum Teil mehrere Monate auf einen Termin bei einem Facharzt in Brandenburg an der Havel warten müssen.

 

 

 

 

 

 

 

Details der ausgewerteten Ergebnisse der Gesundheitsbefragung kann man auf der Projektseite der Projektgruppe Patientenbefragung auf unserer Internetseite http://www.gesundinbrandenburg.com/projekte/patientenbefragung/ finden.

 

Artikel Preußenspiegel 12.08.2012

Artikel BRAWO 12.08.2012

Artikel Meetingpoint 12.08.2012

 Artikel des Presseservice der Stadt Brandenburg 09.08.2012

Artikel havelstadt-brandenburg.de 08.08.2012