„Impfschutz vs. Impffrust – ist Impfen überhaupt noch zeitgemäß?“

Mit dem diesjährigen Titel des Gesundheitsforums „Impfen ja – nein oder eine individuelle Entscheidung?“ wurde wieder ein aktuell diskutiertes Thema aufgegriffen, zu dem sich am 18.06.2014 viele Interessierte im Rolandsaal des Altstädtischen Rathaus eingefunden haben.

Nachdem die Oberbürgermeisterin Frau Dr. Tiemann die Gäste mit ihrer Eröffnungsrede begrüßte, folgten unter der Moderation von Herrn Greve die Vorträge von Herrn Dr. Leidel, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), Herrn Dr. Schmidt-Troschke vom Verein „Gesundheit aktiv.anthroposophische heilkunst“ und Herrn Dr. Kössel, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik Brandenburg.

Als erstes erläuterte Herr Dr. Leidel die Arbeit der STIKO und erklärte, wie es zur Zulassung eines Impfstoffes kommt und unter welchen Vorraussetzungen dieser in die Empfehlungen der STIKO aufgenommen wird. Etwas kritischer sah Herr Dr. Schmidt-Troschke die Impfempfehlungen der STIKO, da sie für die Allgemeinheit verfasst wurden, aber manchmal nicht auf jeden Einzelnen übertragbar wären. Daher plädiert er für ein individuelleres Impfschema. Auch wünscht er sich mehr Transparenz, was die Arbeit der STIKO betrifft. Herr Dr. Kössel rundete die Vorträge mit Beispielen aus der Praxis ab, wo kleine Patienten Erkrankungen bekamen, gegen die eine Impfung möglich gewesen wäre. Er zeigte anschaulich die teilweise schweren Verläufe und berichtete auch über einige Todesfälle während seiner Tätigkeit als Kinder- und Jugendmediziner, die durch Impfungen vermeidbar gewesen wären.

Im Anschluss erfolgte eine Podiumsdiskussion, in der die drei Referenten ihre unterschiedlichen Standpunkte untereinander und mit dem Publikum  zusammen angeregt debattierten und viele Fragen seitens des Publikums gestellt wurden.

In einem Punkt sind sich die Experten jedoch einig: Zum Thema Impfungen bedarf es in der Bevölkerung besserer Aufklärung.

Denn „in dem Augenblick, wo durch die Impfung eine Erkrankung extrem selten wird, verschwindet in der Bevölkerung auch das Bewusstsein für die Erkrankung und deren Risiken. Gleichzeitig rücken dann mögliche Nebenwirkungen einer Impfung in den Vordergrund, weil die Menschen über die eigentliche Erkrankung und deren Gefährlichkeit nicht mehr ausreichend informiert sind“ so Dr. Hans Kössel.

Danach tauschte man sich am Buffet mit den Referenten und Gästen in persönlichen Gesprächen über die Erkenntnisse des Abends aus.

Wer mehr über den aktuellen Stand seiner Impfungen sowie weitere benötigte Impfungen wissen möchte, spricht darüber am besten mit seinem Hausarzt beim nächsten Praxisbesuch.